Neues von den betroffenen Familien

Bisher haben wir auf diesen Seiten Familien vorgestellt, die von uns im Rahmen einer Aktion aktuell unterstützt werden oder in der Vergangenheit unterstützt worden sind. Zu einer Aktion rufen wir auf, wenn eine Familie in einem Gerichtsverfahren Unterstützung bei den Kosten (z.B. für Anwalt oder ein Gutachten) benötigt.

Da wir zunehmend Anfragen in Bezug auf Unterstützung bekommen und die Vorstellung aller Familien, die wir unterstützen den Rahmen auf dieser Seite (und auch innerhalb unseres Newsletters) sprengen würden, haben wir uns entschlossen, zukünftig auf dieser Seite von exemplarischen Aktionen oder auch Gerichtsurteilen zu berichten, die unsere gesamte Situation voranbringen und einen guten Überblick unserer Arbeit vermitteln.

Generell lässt sich Folgendes sagen:

Familien, die sich an uns wenden, stehen in sehr unterschiedlichen Situationen.

Nicht wenige wenden sich schon vor dem Schuleintritt ihrer Töchter und Söhne an uns, weil

  • sie sich Gedanken über alternative Bildungswege machen und wissen wollen, welche Möglichkeiten es gibt.
  • ihre Tochter oder ihr Sohn schon vor der Einschulung sagt, dass er nicht in die Schule gehen will.

Folgende Fragen bewegen diese Familien:

  • Ist ein Umzug ins Ausland sinnvoll? Wenn ja, wohin?
  • Was passiert, wenn die Familie in Deutschland bleibt? Was kann alles auf die Familie zukommen? Welche Maßnahmen ergreifen die Behörden?
  • Wie kann die Familie argumentieren? Wie kann sie mit den verschiedenen Maßnahmen umgehen?

Die meisten Familien aber wenden sich an uns, wenn es Tochter oder Sohn in der Schule nicht gut geht und sie sich weigern, weiter in die Schule zu gehen. Viele davon stehen am Anfang des Weges aber einige haben auch schon Gerichtsprozesse hinter sich. Zusätzlich zu den obigen Fragen kommen dann noch weitere hinzu:

  • Braucht die Familie einen Anwalt? Wenn ja, welchen kann die FSG empfehlen?
  • Wie kann die Familie in ihrer speziellen Situation am sinnvollsten reagieren?

Aktion für L. Engelbrecht

L., die 15jährige Tochter der seit mehreren Jahren von uns unterstützten Familie Engelbrecht, hat im August eine mündliche Verhandlung zu einem Bußgeldverfahren. Wir sammeln für die Anwaltskosten für L., die sich voraussichtlich auf 1000 bis 1500€ belaufen werden. L. bildet sich seit 2012 ohne Schule. Gegen die Familie liefen deswegen schon mehrere Gerichtsverfahren – Bußgeldverfahren und auch Sorgerechtsverfahren. Das Aufenthaltsbestimmungsrecht und das Recht über schulische Angelegenheiten zu entscheiden, wurde ihnen zeitweise entzogen, letztlich aber wieder zurückgegeben. Es war klar, dass ein regelmäßiger Schulbesuch von L. und ihren Geschwistern nur durch eine Inobhutnahme gewährleistet werden könnte. Die Kindeswohlgefährdung durch die Inobhutnahme wurde aber als wesentlich gravierender eingeschätzt, als die Kindeswohlgefährdung, die durch den selbstbestimmten und selbstorganisierten Bildungsweg vermutet wird.

Spenden für L. Engelbrecht bitte mit dem Stichwort „Spende L. Engebrecht“ auf unser Konto.

Aktion für Familie K. aus NRW

A. ist 12 Jahre alt und die jüngste Tochter von Frau K., die ihre fünf Kinder alleine erzieht. A. ist letztes Jahr in die 6. Klasse eines Gymnasiums gekommen. Bis zum Anfang der 6. Klasse hatte sie keine Probleme in der Schule. Dann hat sie wegen Krankheit viel gefehlt. Sie hatte regelmäßig Kreislaufprobleme und ihr wurde übel. In dieser Zeit entschied sie sich, die Schule nicht mehr weiter zu besuchen und sich selbstbestimmt zu bilden. Frau K. wurde Anfang des Jahres empfohlen, zum Amtsarzt zu gehen, von dem es eine sehr negative Stellungnahme gab.

Wegen der Schulverweigerung des älteren Bruders von A. war Frau K. schon in Auseinandersetzungen mit dem Jugendamt und dem Familiengericht. Der ältere Bruder hat sich nach längerer Schulabwesenheit doch entschlossen, wieder die Schule zu besuchen und mittlerweile seinen Hauptschulabschluss gemacht. Bis Anfang dieses Jahres ging es in den Auseinandersetzungen nur um den Bruder, aber nun wurde ein familiengerichtliches Verfahren für Ende August angesetzt, in dem es um eine mögliche Kindeswohlgefährdung von A. und einen eventuellen Sorgerechtsentzug geht.

Frau K. möchte für diese Verhandlung ein Gutachten in Auftrag geben, um aufzuzeigen, dass bei ihrer Tochter keine Kindeswohlgefährdung vorliegt, dass sie sozial gut eingebunden ist und für ihre Bildung gesorgt ist, was die Mitarbeiter des Jugendamts bei den bisherigen Gesprächen nicht hören wollten. Sowohl von Seiten des Jugendamtes als auch von Seiten des Gerichts wird es in den Schreiben so dargestellt, als ob Frau K. nicht fähig ist, für den ordentlichen Schulbesuch zu sorgen und ihrer Tochter damit die Chance nimmt, einen Abschluss zu bekommen.

Wir sammeln für Familie K. um sie bei den Kosten für ein Gutachten zu unterstützen. Spenden für diese Familie bitte mit dem Stichwort „Spende Familie K. NRW“ auf unser Konto.

Aktion für Frau K. aus Bayern

Frau K. ist beruflich reisend und vorwiegend im Ausland unterwegs. Sie war eineinhalb Jahre ohne festen Wohnsitz. In dieser Zeit wurde ihr Sohn schulpflichtig. Nach einer längeren Krankheitsphase nahm sich Frau K. Ende letzten Jahres eine Wohnung in Deutschland, in der sie sich zwischen ihren beruflichen Reisen aufhielt. Im April wurde sie aufgefordert, ihren Sohn anzumelden, sowohl bei der Gemeinde als auch bei der Schule. Sie wurde ebenfalls aufgefordert, für einen regelmäßigen Schulbesuch zu sorgen. Die Behörden akzeptieren die beruflichen Reisen von Frau K. nicht als Grund für ein Fernbleiben von der Schule und bestehen auf dem Schulbesuch. Nachdem Frau K. weiterhin ihrer beruflichen Tätigkeit nachgeht, welche einen ständigen Schulbesuch unmöglich machen würde, wurde Frau K. ein Zwangsgeld angedroht, um die Schulanmeldung zu erzwingen. Gegen diese Androhung hat sie Widerspruch eingelegt, welchem nicht stattgegeben wurde. Außerdem wurde ein Bußgeldbescheid erlassen.

Spenden für Familie K. bitte mit dem Stichwort „Spende Familie K. Bayern“ auf unser Konto.

Aktion für Familie M.

Der Sohn von Familie M. hat schon immer sehr eigenständig und selbstbewusst gelernt. Er wurde 2012 in einer Schule mit Montessori-Orientierung eingeschult. Er wurde dort gemobbt und geschlagen; in der örtlichen Grundschule, in die er dann wechselte, litt er unter den Demütigungen und dem Umgangston der Lehrer. Er reagierte mit psychosomatischen Krankheiten und weigerte sich, weiter in die Schule zu gehen. Die Mutter stellte 2014 einen Antrag auf Befreiung von der Schulpflicht. Dieser wurde abgelehnt und es wurde ein Strafverfahren gegen die Mutter wegen Verletzung der Schulpflicht eingeleitet. In der Verhandlung im August 2014 wurde der Mutter vom Richter die Auflage gemacht, innerhalb der nächsten 6 Monate für einen ordentlichen Schulbesuch zu sorgen, dann würde das Verfahren eingestellt. So ging der Sohn erstmal gerne in die Waldorfschule, aber der lange Schulweg und ein 10-Stunden-Tag trugen dazu bei, dass sich schon vor Ablauf der 6 Monate wieder Krankheiten einstellten und er sich weigerte, weiterhin in die Schule zu gehen.

Auf Anraten des Sozial-Pädiatrischen Zentrums fand die Mutter eine weitere Schule, die die Schüler individuell förderte. Für diese Schule war allerdings eine Genehmigung der Schulbehörde notwendig. Dieser Antrag wurde nicht bearbeitet. Erst nach einem runden Tisch, ein halbes Jahr später, schien diese Möglichkeit doch Wirklichkeit zu werden. Allerdings war schon vorher in diesem Zeitraum eine familiengerichtliche Verhandlung angesetzt worden, die trotz der kurz vorher gefallenen Entscheidung stattfand. In dieser Verhandlung wurde der Mutter das Sorgerecht entzogen und die vom runden Tisch gefällte Entscheidung, die der Sohn mitgetragen hätte, außer Kraft gesetzt. Die Entscheidung der Richterin fiel auf die örtliche Grundschule, in die der Sohn schon vorher nicht gerne gegangen war. Die Mutter bekam die Auflage, jeden weiteren Fehltag vom Amtsarzt bestätigen zu lassen. Es sollte gleichzeitig ein psychologischen Gutachten durch den Schulpsychologen erstellt werden. Dieser lernte ihn allerdings erst drei Monate später kennen. Auch jetzt fehlte der Sohn, amtsärztlich bescheinigt, wieder die Hälfte der Schulzeit wegen Krankheit.

Die Mutter nahm sich zu diesem Zeitpunkt einen Anwalt, der kurz vor Ablauf der Widerspruchsfrist Widerspruch gegen das Urteil des Familiengerichts einlegte. In einer erneuten Anhörung bekam die Mutter das Sorgerecht wieder zurück. Die Richterin behielt sich allerdings vor, nach einer gewissen Zeit zu prüfen, ob die Schulpflicht erfüllt würde. Er war wieder der nahen Grundschule zugewiesen worden, die er aber nicht besuchte.

Es wurde ein erneuter Antrag auf Befreiung der Schulpflicht gestellt, mit dem Ziel einer Fernbeschulung. Dieser Antrag wurde nicht bearbeitet.

Im Mai kam es zu einer weiteren Anhörung vor dem Familiengericht, in dem die Richterin eine Entscheidung davon abhängig machte, dass die Familie ihren Sohn bei einer freien Schule anmeldet, die voraussichtlich im Sommer eine Genehmigung für den Betrieb ab dem neuen Schuljahr bekommt.

Ein weiteres Strafverfahren wurde im Juni eröffnet. Und es wurden seit Anfang des Jahres mehrere Bußgeldbescheide erlassen, gegen die der Anwalt jeweils Widerspruch eingelegt hat.

Als wir den Aufruf für diese Aktion fertig hatten, erreichte uns die bestürzende Nachricht vom Beschluss des Familiengerichts. Frau M. wurde das Sorgerecht komplett entzogen, ohne dass auf die Genehmigung der freien Schule gewartet wurde, die diese gerade in den letzten Tagen bekommen hat. Es wird extra erwähnt, dass der Sohn auch mit Zwang aus der Familie geholt werden darf. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 3000€ muss Frau M. tragen.

Spenden bitte mit dem Stichwort „Spende für Familie M.“ auf unser Konto.

Aktion für Familie I.

Der 7-jährige Sohn B. von Familie I. geht seit Oktober 2016 nicht mehr zur Schule, da er in seiner bisherigen Schule nicht lernen konnte. Seitdem ist die Familie auf der Suche nach einer Freien Schule, deren Konzept zu seinen Bedürfnissen passt.

Für die Zeit seit Oktober 2016 wurde gegen den von der Familie getrennt lebenden Vater ein Bußgeld in Höhe 178,50 € verhängt, welches mit Hilfe von Spenden bezahlt wurde. Jetzt sind zwei weitere Bußgeldverfahren eingeleitet worden. Es wurden zwei Bescheide verschickt, einer an die Mutter in Höhe von ca. 530 € und einer an den Vater in Höhe von 230 €.  Die Familie möchte sich diesmal gegen die Bußgelder wehren, sie haben gegen beide Bescheide Widerspruch eingelegt

Außerdem war ein Verfahren vor dem Familiengericht eingeleitet worden. Hier konnten mit Hilfe eines Anwalts alle Maßnahmen zurückgewiesen werden, das Verfahren wurde eingestellt. Die Familie hat die Anwaltskosten in Höhe von ca. 500€ zu tragen.

Wir sammeln für die bisherigen Anwaltskosten und ebenfalls für die Kosten, die noch auf die Familie zukommen werden.

Spenden bitte mit dem Stichwort „Spende für Familie I.“ auf unser Konto.