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Aktion Familie Lehmann/Przybylski aus Sachsen

Die Familie Lehmann/Przybylski wohnt in Leipzig. Zur Familie gehören drei Töchter und
drei Söhne. Die jüngsten, Roman (15), Saskia und Madita (7), lernen selbstbestimmt von zu Hause aus.

Bereits bevor Roman und Saskia schulpflichtig wurden, schlossen sich ihre Eltern einer Sudbury-School-Gründungsinitiative an. Die Schule wurde gegründet, die Eltern arbeiteten über fast 3 Jahre beide als Begleiter, bis die Schule wieder geschlossen werden musste, weil eine staatliche Genehmigung nicht erreicht werden konnte und weil zunehmend mehr Eltern mit den Behörden Probleme bekamen, da ihre Kinder die Schulpflicht an dieser Schule nicht erfüllen konnten.

Auch Romans und Saskias Eltern erhielten damals Bußgeld- und Zwangsgeldbescheide und es wurden familienrechtliche Konsequenzen angedroht. Gegen den Bußgeldbescheid legten sie Widerspruch ein und es kam zum Bußgeldprozess. Gespräche mit dem Jugendamt ergaben, dass das Kindeswohl nicht gefährdet war; die Anzeige der Bildungsagentur beim Jugendamt wurde nicht weiter verfolgt.

Roman und Saskia sind durch den gleichwürdigen familiären Umgang miteinander und durch das Leben an der Sudbury-Schule geprägt. Das selbstbestimmte Lernen, der respektvolle Umgang miteinander, die demokratische Organisationsstruktur, das gleichberechtigte Mitbestimmungsrecht sind Faktoren, die ihnen wichtig sind und die an staatlichen Schulen nicht gegeben sind. Nach einem Schulversuch an einer Schule in freier Trägerschaft wandten sie sich wieder der Sudbury-Initiative zu und nach der Schließung ihrer Schule lehnten sie andere Schulformen und Beschulung an sich ab. Sie leben und lernen seitdem selbständig von zu Hause aus und haben Freunde unter Schulkindern und Freilernerkindern.

Seit 2012 sind sie Schüler an einer polnischen Schule für junge Menschen, die sich zu Hause bilden und absolvieren jährliche Prüfungen. Das Schulamt hatte bisher nichts dagegen. Seit September 2014 ist Madita schulpflichtig und ebenfalls dort als Schülerin eingeschrieben. Allerdings ist das Schulamt seit diesem Zeitpunkt anderer Meinung und hat das Ordnungsamt veranlasst, Bußgelder zu verhängen und gleichzeitig der Familie geraten, einen Antrag auf Ausnahme von der Schulpflicht zu stellen.

Gegen die aktuellen Bußgeldbescheide an die Mutter über 125,00 € pro Kind hat diese Widerspruch eingelegt. Das Verfahren liegt derzeit bei der Staatsanwaltschaft. Der Antrag auf Ausnahme von der Schulpflicht wurde Anfang Juli abgelehnt. Die Familie wird voraussichtlich Widerspruch einlegen.

Das Bußgeldverfahren gegen die Mutter wurde eingestellt.

Wir sammeln, um Familie Lehmann/Przybylski bei den Anwaltskosten zu unterstützen.

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