'

Menschen jeden Alters

  • gehen ihrem angeborenen Bedürfnis nach, Neues zu erkunden, ihr Wissen zu erweitern, ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten zu vertiefen und sich neue anzueignen;
  • bilden sich selbstbestimmt und eigenverantwortlich;
  • nutzen sowohl die vielen Menschen wie auch die zahlreichen Orte und Dinge, die sie darin herausfordern und unterstützen können, sich zu bilden;
  • bilden innovative, bisher noch ungeahnte Formen von Lerngemeinschaften.

Ist diese Vision utopisch?

Für die meisten jungen Menschen ist in Bezug auf ihre Bildung die Realität weit von dieser Vision entfernt. Die Schulbesuchspflicht läßt Bildung ohne das vorgegebene schulische System nicht zu. Schulisches Lernen und die soziale Entwicklung im schulischen Kontext werden zur Norm erhoben.
Junge Menschen, die sich nicht innerhalb des schulisch vorgegebenen Rahmens entwickeln oder darin Probleme haben, werden in der Regel verschiedenen Kategorien zugeordnet

  • Lernschwäche oder Hochbegabung
  • Verhaltensauffälligkeit
  • Schulverweigerung oder Schulangst

Die Fehler werden fast ausnahmslos nicht im System selbst gesucht sondern im familiären Kontext. Viele junge Menschen geraten dadurch schon sehr früh unter einen permanenten Druck, Bildungsansprüchen nicht zu genügen und/oder wegen der zugesprochenen Schwächen gemobbt zu werden.

Junge Menschen, die sich weigern in der Schule zu lernen, werden als psychisch krank oder faul definiert und dann entweder psychiatrisiert oder auch kriminalisiert.

Eltern, die ihren Kindern andere Bildungswege außerhalb des schulischen Systems ermöglichen wollen, werden schnell als erziehungsunfähig dargestellt oder als diejenigen, die eine „falsche“ Einstellung haben und diese Einstellung auf ihre Kinder übertragen. Bußgelder und Sorgerechtsentzug stehen dann schnell drohend im Raum.

Die Freilerner-Solidargemeinschaft e.V. wurde im Sommer 2012 von betroffenen Familien und jungen Menschen gegründet, die nach schlechten Erfahrungen innerhalb des Schulsystems erfolgreiche Wege außerhalb der Schule gefunden haben. Einige von ihnen wollten die gewonnen Erfahrungen in der Auseinandersetzung mit Behörden weitergeben und bieten jetzt über die Freilerner-Solidargemeinschaft eine Anlaufstelle für junge Menschen und ihre Familien, wenn sie wegen Schulverweigerung mit den Behörden in Konflikt geraten. Die Freilerner-Solidargemeinschaft hat sich außerdem zum Ziel gesetzt, einen Fonds zu schaffen, aus dem Familien und junge Menschen auch finanziell bei Auseinandersetzungen mit den Behörden unterstützt werden können.